Gil Ribeiro – Lost in Fuseta

http://www.kiwi-verlag.de/buch/lost-in-fuseta/978-3-462-04887-2/

Das Titelbild hat mich ein bisschen verführt, es versetzt in Urlaubsstimmung. Und die Geschichte hält auch, was das Bild verspricht. Es ist ein Buch mit viel südländischem Flair, eben ein Portugalkrimi.

Der Titel ist ein Wortspiel: Leander Lost heißt der deutsche Kripobeamte, der im Rahmen eines EU-Austauschprogramms für ein Jahr nach Portugal geschickt wird, nach Fuseta. Dort scheint er auch verloren, denn er ist ein bisschen merkwürdig, nicht sehr kommunikativ und teamfähig, leidet am Asperger Syndrom.

Falls man sich damit nicht auskennt, bekommt man hier ausführliche Aufklärung. Mir kamen manchmal Zweifel, ob man damit für den Polizeidienst geeignet ist, aber diese Entscheidung hat uns der Autor abgenommen. Leander Lost ist Kripobeamter aus Hamburg, für ein Jahr abkommandiert nach Fuseta.

Auf den Innenseiten des Umschlages gibt es Landkarten. Dadurch kann man den Wegen bei den rasanten Fahrten durch das Land besser folgen, besonders, wenn es für den Leser die erste nähere Begegnung mit Portugal ist.Der Fall fängt ganz normal an: es wird eine Leiche gefunden. Zu Anfang ist nicht klar, ob es ein Unfall oder Mord ist, aber ganz schnell wird klar, dass das „Auge“, ein Privatdetektiv mit deutschen Wurzeln, nicht ohne Zutun eines anderen aus dem Leben geschieden ist. Dann wird auch sein Büro niedergebrannt und ein Verdächtiger tot aufgefunden. Die Ermittler suchen fieberhaft nach dem großen unbekannten Hintermann. Es ergibt sich auch ein Zusammenhang zu einem älteren, bisher nicht aufgeklärten Fall.  Dabei geht es in erster Linie um die dunklen Machenschaften bei der Privatisierung des portugiesischen Trinkwassernetzes.

Lost kann durch sein fotografisches Gedächtnis und seine präzise Denkweise die Lösung des Falls beschleunigen. Vielleicht wäre eine Lösung ohne ihn gar nicht möglich gewesen.

Am Schluss scheint alles ganz logisch und konsequent baut ein Puzzleteilchen auf dem anderen auf, doch dann ist alles doch wieder ein bisschen anders….

Spannend bis zum Schluss!

Leander Lost ist ein Original und will doch keines sein, will einfach nur dazugehören. Die Beschreibung seiner Krankheit, seiner Eigenschaften nimmt sehr breiten Raum ein und ist sehr tiefgründig. Für den Krimi ist das nicht immer hilfreich und führt manchmal zu Längen und der eigentliche Fall tritt in den Hintergrund. Von Zeit zu Zeit wirkt es ein wenig konstruiert, dass er bei der Kripo arbeitet.

Sympathisch kommen die Figuren seiner portugiesischen Partner rüber, ihre Geschichten, ihre Marotten. Portugiesisches Flair, südländische Gastfreundschaft, Landschaft, Essen, Wein.

Es ist sicher nicht der letzte Fall, angekündigt auch als der Auftakt zu einer Serie. Auf die nächsten Teile warte ich mit Spannung und hoffe auf eine Steigerung!

http://www.kiwi-verlag.de/buecher/specials/gewinnspiel-zu-lost-in-fuseta-von-gil-ribeiro.html


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