Harald Gilbers – Endzeit (Kommissar Oppenheimer)

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Es geht weiter mit Kommissar Oppenheimer! Am Ende des Buches bekommt er sogar eine Anfrage, ob er nicht wieder in den Polizeidienst eintreten möchte. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg.

Berlin in den letzten Tagen des Krieges und den ersten des Friedens. Es ist heute schwer vorstellbar, wie die Stadt in dieser Zeit aussah, was sich dort abspielte. Die Menschen mussten ums nackte Überleben kämpfen, ständig auf der Suche nach Nahrung und einem halbwegs sicheren Dach über dem Kopf.

All das schildert Harald Gilbers in „Endzeit“, seinem neuen 2017 erschienenen Krimi. Das Buch ist wie gewohnt akribisch recherchiert und die Ereignisse so eindringlich geschildert, dass im Kopf des Lesers ein genaues Bild zerstörter Häuser, eingestürzter U-Bahntunnel und verzweifelt umherirrender Menschen entsteht.

Oppenheimer will den Vergewaltiger seiner Frau Lisa finden und bestrafen, dabei gerät er zwischen die Fronten der um Macht und Einfluss im zerstörten Berlin kämpfenden Mächte: sowjetischer und westliche Geheimdienste, marodierende russische Militärbanden und mehr oder weniger kriminelle Unterweltganoven.

Das Buch fesselt von der ersten Seite an, es lässt Geschichte lebendig werden, ein ungewöhnlicher Thriller über  Ereignisse, die den Gang der Geschichte nachhaltig beeinflusst haben: das Ende des 2. Weltkrieges, der Abwurf der Atombomben über Japan, der Beginn des kalten Krieges. Es geht aber hauptsächlich darum, wie sich diese Ereignisse auf einzelne Menschen ausgewirkt haben und wie sie in diesem Chaos überleben konnten.

Besonders empfehlenswert für geschichtsinteressierte Menschen, die Kriminalstory ist wie gesagt, ein bisschen ungewöhnlich. Es gibt keine rasanten Verfolgungsjagden mit schnellen Autos, sondern mit altersschwachen Fahrrädern oder zu Fuß.  Das Buch ist überaus spannend und fesselnd, in einer sehr lebendigen Sprache geschrieben mit tiefgründigen Charakteren.  Wenn man die Vorgänger „Germania“ und „Odins Söhne“ nicht gelesen hat, ist das nicht weiter schlimm, die Folgen bauen nicht zwingend aufeinander auf. Wenn man sie aber gelesen hat, kann man sich freuen, alte Bekannte wieder zu treffen und ihr Leben weiter zu verfolgen.

Ein neues Buch von Harald Gilbers mit Kommissar Oppenheimer ist schon fertig und erscheint im Herbst: „Totenliste“.

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