Manfred Lührs – Im Dunkel Berlins

https://www.manfredluehrs.com/

Zufällig bin ich beim Stöbern nach interessanten Büchern auf Manfred Lührs gestoßen. Das Thema seines Krimis „Im Dunkel Berlins“ hat genau gepasst und da habe ich nicht lange überlegt.

Es spielt im Jahr 1923 in Berlin und Hamburg. In Deutschland ist die wirtschaftliche Lage sehr schlecht, die Zeit der Hyperinflation. In Hamburg ist der Leser hautnah beim Hamburger Aufstand dabei.

Das Buch fängt ganz normal mit einem Mord an einer Prostituierten an. Bei der Aufklärung stoßen Kommissar Düring und sein Mitarbeiter auf immer mehr Ungereimtheiten. Gleichzeitig wird aus der Sicht der transsexuellen Henny erzählt, die die Ermordete auch kannte und ebenfalls an der Aufklärung des Mordes interessiert ist, jedoch aus anderen Motiven als die Kriminalpolizei.

Der Krimi entwickelt sich mehr und mehr zum Spionagethriller um den britischen Geheimdienst und die Umgehung des Versailler Friedensvertrages, wobei die schwarze Reichswehr eine tragende Rolle spielt.

Die 20er Jahre werden vom Autor atemberaubend beschrieben, diese Lebenslust trotz der zum Teil frustrierenden Wirklichkeit.

Das ist ein Buch für Geschichtsinteressierte, das den Leser nicht mehr loslässt. Wer sich für diese Zeit interessiert, aber trockene Lehrbücher nicht mag, für den ist dieser Thriller geschrieben.

Aber nicht nur das, auch der Fall an sich ist spannend und wartet bis zum Schluss mit Überraschungen auf.

Es ist leider das einzige Buch des Autors und ich habe auch keine Vorankündigungen einer Fortsetzung gefunden. Sehr schade!

Allerdings gab es einen Hinweis auf der Website, dass der Autor unter anderem Namen einen Krimi über Portugal geschrieben hat. Das werde ich sicher in aller nächster Zeit lesen!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.