Susanne Goga – Nachts am Askanischen Platz

Ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen gelesen, wie auch schon alle fünf anderen Teile. Susanne Goga ist mit der neuen Folge um den Berliner Oberkommissar Leo Wechsler wieder ein sehr spannender Kriminalroman gelungen.

„Nachts am Askanischen Platz“ spielt im Jahre 1928. Die Autorin hat wie immer akribisch recherchiert, das Buch in einer sehr lebendigen Sprache geschrieben und das Berlin der 20er Jahre mit seinen vielen Facetten auferstehen lassen. Vor dem geistigen Auge des Lesers entsteht praktisch die damalige Zeit.

Zum einen ist da natürlich der Kriminalfall, bei dem der Leser Leo Wechsler und seine Kollegen begleitet und sehr viel über die damaligen Ermittlungsmethoden erfährt. Der scheinbar aussichtslose Fall wird mit viel akribischer Arbeit schließlich aufgeklärt und während der Ermittlungen fördern die Kriminalisten erstaunliche Dinge zu Tage, sie stoßen aber auch auf manche Sackgassen und Irrtümer.

Dabei gibt es natürlich auch sehr viel über das pulsierende Berlin der  damaligen Zeit zu erfahren, über Lebensumstände seiner so verschiedenen Menschen. Das „Cabaret des Bösen“ hätte es in Berlin durchaus geben können, es hätte dorthin gepasst.

In „Nachts am Askanischen Platz“ geht es aber auch um ein bisher kaum bekanntes Thema: Kriegsgefangene in Russland nach dem ersten Weltkrieg. Darüber habe ich noch nichts gelesen und werde mich weiter damit beschäftigen. Vielen Dank für die vielen kleinen Puzzlesteine im Buch, die zu einer weiteren Vertiefung einladen.

Ich wollte natürlich auch über das Privatleben von Leo Wechsler weiter auf dem Laufenden bleiben. Auch dabei wurde ich nicht enttäuscht. Es gibt wieder viel Neues von seiner kleinen Familie. Er und seine Frau leben beneidenswert harmonisch zusammen, das Verhältnis zu seinem Sohn wird allerdings zunehmend gespannter. Die Familiengeschichte passt genau in diese Zeit und wie immer wird hierbei Schluss gemacht, wenn es am spannendsten wird.

Das Buch kann ich allen empfehlen, die eine Zeitreise in die 20er Jahre unternehmen wollen. Man muss nicht die ersten fünf Teile gelesen haben, das kann man auch hinterher noch tun.

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