Zoë Ferraris – Wüstenblut

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Einsteigen, bitte! Es geht auf eine Reise in eine andere Welt: nach Saudi-Arabien. Die amerikanische Autorin Zoë Ferraris hat mit „Wüstenblut“ ein Buch geschrieben, in dem man eine Beschreibung des Lebens in diesem Land findet. Dieses Land ist wirklich weit, weit weg von uns und mit westlich geprägten Denkschemata ist man dort verloren. Tausendundeine Nacht geht ein bisschen anders als die Wirklichkeit im Orient.

Der Fall: Ein Serienmörder hat 19 Frauen umgebracht und in der Wüste verscharrt.  Die Ermittlungen, die sich über eine sehr lange Zeit hinziehen, werden sehr genau beschrieben. Das unterscheidet sich nicht so unbedingt von westlicher Polizeiarbeit. Allerdings wird alles nach Geschlechtern getrennt und daraus entstehen Situationen, die für uns nicht vorstellbar sind.

Im Mittelpunkt steht das Leben der Ermittler: Katya, die kluge Mitarbeiterin aus dem Labor, die gerne richtig Karriere machen möchte. Das ist ihr allerdings in dieser Männergesellschaft verwehrt. Unter dem Deckmantel der Religion verhindern ihre Kollegen ihr die berufliche Anerkennung. In Wirklichkeit ist es nur Angst um die eigene Karriere. Andererseits möchte sie auch eine gute Hausfrau und Mutter werden und ihr kommen große Zweifel, ob das möglich ist.

Und es geht um  Inspector Ibrahim Zahrani. Er ist gefangen im Zwiespalt zwischen Liebe und Loyalität seiner Familie gegenüber, wird aber letztlich zu einem sehr drastischen Schritt gezwungen. Am Beispiel Ibrahims kann man sich gut das Leben eines saudischen Durchschnittsbürgers vorstellen.

Das Buch zeichnet das Bild dieser Gesellschaft mit vielen Einzelheiten. Gesetze, die für uns absurd erscheinen, die man aber unbedingt kennen und beachten muss, um zu überleben.  Die Autorin hat selbst dort mehrere Jahre verbracht und es wohl aus nächster Nähe erlebt. Sie beschreibt alles sehr anschaulich und fesselnd und der Leser fühlt sich mittendrin.

Die anderen beiden Bücher dieser Reihe sind auch sehr zu empfehlen, wenn man einen leichten Einstieg in eine fremde Kultur sucht.  Schade, dass es bis jetzt keine Fortsetzung gibt.


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